Jeder Mensch hat einen einzigartigen Zungenabdruck
Wenn es um einzigartige Merkmale geht, denken die meisten Menschen sofort an Fingerabdrücke. Doch die Zunge ist ebenso unverwechselbar. Tatsächlich hat jeder Mensch einen einzigartigen Zungenabdruck, der sich durch Form, Oberfläche, Struktur und Muster klar von anderen unterscheidet.
Die Oberfläche der Zunge ist mit vielen kleinen Erhebungen bedeckt, den Papillen. Sie dienen nicht nur dem Geschmack, sondern sind auch bei jedem Menschen anders angeordnet. Größe, Dichte, Form und Anordnung dieser Papillen wirken wie ein individuelles Muster. Unter einem Mikroskop betrachtet sieht keine Zunge aus wie die andere.
Auch die Gesamtform der Zunge ist einzigartig: Manche Menschen haben eine breitere, andere eine schmalere oder asymmetrische Form. Zusätzlich kommen winzige Risse, Furchen oder Linien hinzu, die sich im Laufe des Lebens verändern können, aber dennoch eine stabile Grundstruktur haben.
Diese Einzigartigkeit ist so ausgeprägt, dass Forschende seit Jahren untersuchen, ob Zungenabdrücke als biometrisches Identifikationsmittel eingesetzt werden könnten, ähnlich wie Iris- oder Fingerabdruckscanner. Erste Studien zeigen, dass es tatsächlich möglich wäre, Menschen anhand ihrer Zungenoberfläche eindeutig zu identifizieren. Praktisch umgesetzt wurde diese Idee bisher jedoch kaum, da die Methode im Alltag unhandlich wäre.
Neben ihrer Funktion als biometrisches Merkmal spielt die Zunge eine wichtige Rolle beim Sprechen, Schlucken und Schmecken. Sie ist einer der stärksten Muskeln im Körper, allerdings nicht der stärkste, wie oft behauptet wird. Ihre Beweglichkeit ist beeindruckend: Sie kann sich rollen, strecken, heben und in viele Richtungen gleichzeitig bewegen.