Dein Gehirn kann Schmerzen ohne Verletzung erzeugen
Schmerz ist eine der wichtigsten Schutzfunktionen unseres Körpers. Doch überraschenderweise entsteht Schmerz nicht in der verletzten Körperstelle selbst, sondern immer im Gehirn. Deshalb kann das Gehirn auch Schmerzen erzeugen, selbst wenn im Körper keine Verletzung vorhanden ist.
Dieses Phänomen nennt man „Schmerz ohne Gewebeschaden“. Beispiele sind Phantomschmerzen, Spannungskopfschmerzen, chronische Schmerzen oder psychosomatische Beschwerden. Das Gehirn bewertet ständig Informationen aus dem Körper: Temperatur, Bewegung, Stress, Erinnerungen, und kann Schmerzsignale erzeugen, wenn es eine Gefahr vermutet.
Beim Phantomschmerz etwa spüren Menschen Schmerzen in amputierten Körperteilen. Obwohl keine Nerven mehr vorhanden sind, aktiviert das Gehirn die gespeicherten Schmerzareale. Auch Stress kann Schmerzen auslösen, weil der Schmerzsinn eng mit der Emotionseinheit des Gehirns verbunden ist.
Diese Schmerzen sind real. Das Gehirn arbeitet nach dem Prinzip: „Lieber einmal zu viel warnen als einmal zu wenig.“ Das Verständnis dieses Mechanismus hilft dabei, Schmerzen gezielt zu behandeln und besser zu kontrollieren.